Nora oder ein Puppenheim

Nora oder ein Puppenheim.

Nora oder Ein Puppenheim ist das wohl bekannteste Theaterstück von Henrik Ibsen. Die Protagonistin Nora ist gefangen in ihrem goldenen Käfig, dem „Puppenheim“ und hat entsprechend den Konventionen ihrer Zeit keinerlei Rechte oder gar Eigenständigkeit. Das Stück zeigt, wie sie mit dieser Situation fertig zu werden versucht, aber am Ende ausbricht.

Nora oder ein Puppenheim

Nora oder ein Puppenheim

Format: Taschenbuch.

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Inhaltsangabe zu Nora (aus Wikipedia):

Nora und Torvald Helmer sind bereits seit acht Jahren miteinander verheiratet und haben drei Kinder. Sie leben gutbürgerlich in einer großen Wohnung. Es ist Weihnachten. Weil Torvald am Neujahrstag zum Bankdirektor befördert wird, freut sich Nora, endlich nicht mehr sparen zu müssen. Ihr Mann ermahnt sie, vernünftig zu bleiben: Sein erstes Gehalt in der neuen Position werde er erst in einem Vierteljahr erhalten. Falls ihm vorher etwas zustoße, dürfe sie keinesfalls mit Schulden dastehen. Torvald behandelt Nora wie ein Püppchen, mit dem er spielen kann, er nennt sie „Eichkätzchen“ und „Singlerche“ und nimmt sie genauso wenig ernst wie früher ihr Vater.

An einem dieser weihnachtlichen Tage kommt Noras frühere Freundin Christine Linde zu Besuch. Beide hatten sich seit zehn Jahren nicht mehr gesehen und erzählen sich, was in der Zwischenzeit alles geschah. Christine hat ebenfalls acht Jahre zuvor einen wohlhabenden Mann geheiratet, hauptsächlich, weil sie Geld brauchte, um ihre Mutter und ihre jüngeren Brüder zu versorgen. Bei seinem Tod drei Jahre zuvor hinterließ er ihr aber nichts, so dass sie wieder erwerbstätig werden musste. Inzwischen starb die Mutter, und die Brüder sind erwachsen. Da sie ihre Stelle verlor, bittet sie Nora, Torvald zu fragen, ob er sie in seiner Bank beschäftigen könne.

Anschließend berichtet Nora von ihren letzten zehn Jahren. Ihr Mann Torvald bekam nach der Eheschließung einen hochgestellten Posten, bei dessen Ausübung er sich derartig übernahm, dass die Ärzte um sein Leben fürchteten und dringend zu einer Erholungsreise in den Süden rieten. Gleich nach der Geburt des ersten Kindes fuhr die Familie deshalb für ein Jahr nach Italien. Noch heute glaubt Torvald, dass Noras Vater die teure Reise bezahlt habe. Christine ist der erste Mensch, dem Nora die Wahrheit erzählt: Sie nahm bei Rechtsanwalt Krogstad ein Darlehen auf. Den Schuldschein sollte ihr Vater als Bürge unterschreiben. Aber der lag auf dem Sterbebett, und Nora wollte nicht, dass er sich Sorgen um die Gesundheit ihres Mannes mache. Deshalb fälschte sie die Unterschrift ihres Vaters.

Tatsächlich bemerkt Krogstad aber genau an diesen Weihnachtstagen die Wahrheit: Obwohl Noras Vater bereits seit drei Tagen tot war, hatte er seine Unterschrift hergegeben. Krogstad ist sicher, dass Nora sie gefälscht haben muss. Trotz allem ist die Frau sich keiner Schuld bewusst, denn sie habe das Beste für ihren Mann und ihren Vater gewollt; aber der Anwalt erklärt ihr „Die Gesetze fragen wenig nach den Beweggründen“ und versucht Nora zu erpressen: Sie soll ihren Mann davon abbringen, ihn zu entlassen. Er arbeitet als Bürokraft in der gleichen Bank, der Torvald demnächst vorstehen wird. Torvald geht jedoch nicht auf Noras Bitten ein, denn auch Krogstad soll eine Unterschrift gefälscht haben. „Er hat die Tat nicht geleugnet und eine Strafe dafür verbüßt“, meint Torvald. Als Ersatz für Krogstad, der ihm unsympathisch ist, will er Christine Linde einstellen.

Krogstad aber schreibt einen Brief an Torvald, in welchem er diesen über Noras Urkundenfälschung aufklärt. Nachdem er selbst den Brief in Torvalds Postkasten eingeworfen hat, spitzt sich das Geschehen zu: Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Brief gelesen wird.

Krogstad hatte vor Jahren um Christine Linde geworben. Die aber musste mit ihm brechen, weil sein Verdienst nicht ausgereicht hätte, ihre Mutter und ihre beiden Brüder mit zu ernähren, wovon er aber nichts weiß. Nun gesteht sie ihm ihre Liebe und veranlasst ihn damit, seinen Brief ungeöffnet von Torvald zurückzuverlangen. Christine bringt ihn jedoch davon ab: Sie ist überzeugt, dass es zwischen Nora und Torvald nicht bei den Heimlichkeiten bleiben kann und es zu einer Aussprache kommen muss.

Torvald liest den Brief und reagiert mit Bestürzung und maßlosen Beschimpfungen: „O, welch ein entsetzliches Erwachen! Diese ganzen acht Jahre hindurch – sie, die meine Freude und mein Stolz war – eine Heuchlerin, eine Lügnerin – ja noch Schlimmeres, Schlimmeres – eine Verbrecherin! […] Alle die leichtsinnigen Grundsätze deines Vaters – schweig! Deines Vaters leichtsinnige Grundsätze – du hast sie alle geerbt. Keine Religion, keine Moral, kein Pflichtgefühl – […] Mein ganzes Glück hast du vernichtet. Die ganze Zukunft hast du mir verdorben. […] Und so jämmerlich muss ich sinken und zugrunde gehen eines leichtsinnigen Weibes wegen!“

Torvald will jedoch um jeden Preis einen Skandal vermeiden und will deshalb weder Trennung noch Scheidung. Nora soll im Hause bleiben und nach außen so tun, als sei nichts geschehen. Mit den Erpressungsversuchen Krogstads werde er fertig.

Da wird ein weiterer Brief von Krogstad abgegeben, der den Schuldschein mit der gefälschten Unterschrift enthält. Torvald wirft den Schuldschein ins Feuer, vergibt Nora und meint, damit könne alles weitergehen wie zuvor.

Aber Nora ist tief enttäuscht, denn sie erkennt jetzt ganz klar, dass es Torvald stets nur um Ehre und Status ging und geht. Ihr wird bewusst, dass er sie nie als Partnerin ernst genommen hat. „Unser Heim war nichts andres als eine Spielstube. Zu Hause, bei Papa, wurde ich wie eine kleine Puppe behandelt, hier wie eine große. Und die Kinder wiederum waren meine Puppen. Ich war recht vergnügt, wenn du mit mir spieltest, so wie die Kinder vergnügt waren, wenn ich mit ihnen spielte. Das war unsere Ehe, Torvald.“

Als Folge verlässt sie ihren Mann und die Kinder, indem sie zugleich die gesellschaftliche Moral und die vorgegebenen Rollenerwartungen hinterfragt: „Ich muss herauskriegen, wer recht hat, die Gesellschaft oder ich.“

 

(Der Text des letzten Abschnitts wurde der deutschen Wikipedia entnommen und ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.)

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