
David Copperfield
„David Copperfield“, eines der Meisterwerke von Charles Dickens, muss man dem Genre des Bildungsromans zurechnen. Das Buch erzählt von den Abenteuern des Titelhelden auf dessen Weg von der Kindheit zum Erwachsensein. Aber „David Copperfield“ ist auch ein autobiografischer Roman, eine sehr komplizierte Verflechtung von Wahrheit und Erfindung, mit Ereignissen, die dem Leben des Autors entnommen sind. Auf den ersten Blick lehnt sich das Werk an die im 18. Jahrhundert sehr beliebten „Lebensgeschichten“ an, wie etwa Henry Fieldings „Joseph Andrews“ oder „Tom Jones“, doch „David Copperfield“ ist sorgfältiger strukturiert. Es beginnt, wie andere Romane von Dickens, mit einem düsteren Bild der Kindheit im viktorianischen England, gefolgt vom langsamen sozialen Aufstieg des jungen Copperfield, der mühsam für seine Tante sorgt, während er sein Studium fortsetzt. Im Gegensatz zu seinem vorhergehenden Roman „Dombey und Sohn“ schrieb Dickens ohne Entwurf. Einige Aspekte der Geschichte standen von Anfang an fest, während andere erst im Zuge der Serienveröffentlichungen in Zeitschriften festgelegt wurden. Das Hauptthema des Romans ist Wachstum und Veränderung, aber Dickens persifliert auch viele Aspekte des Lebens seiner Zeit. Dazu gehören die Notlage der Prostituierten, die Stellung der Frau in der Ehe, die Klassenstruktur, das Strafrechtssystem, die Qualität der Schulen und die Beschäftigung von Kindern in Fabriken.



