
Einführung in die Geschichte der Philosophie
Was ist Philosophie – und wie wird man ihrer Geschichte Herr, ohne sich in ihr zu verlieren?
Rudolf Eucken, Nobelpreisträger für Literatur des Jahres 1908 und zu seiner Zeit der meistgelesene Philosoph im deutschsprachigen Raum, stellt in diesem Werk keine trockene Doxographie vor, kein Lexikon der Lehrmeinungen von Thales bis Kant. Er fragt anders: Was haben die großen Denker der Menschheitsgeschichte eigentlich gewollt? Welche Grundprobleme kehren wieder, welche Antworten schließen einander aus, und wo liegt der bleibende Gehalt einer Philosophie jenseits ihrer historischen Form?
Euckens Ansatz ist der eines Philosophen, der Geschichte betreibt, nicht eines Historikers, der zufällig Philosophie zu seinem Stoff gewählt hat. Er sucht in der Abfolge der Systeme – von der Antike über die Scholastik bis zur deutschen Klassik – nicht bloß Entwicklung, sondern Wahrheit: Spuren eines geistigen Lebens, das sich durch die Jahrhunderte hindurch selbst zu verstehen sucht. Das macht dieses Buch zu mehr als einer Einführung. Es ist eine Orientierung – für den Studenten ebenso wie für den gebildeten Leser, der wissen möchte, warum die alten Fragen nicht veralten.
Eucken schreibt klar, ohne zu vereinfachen, und mit dem ruhigen Überblick eines Denkers, der das Terrain aus eigenem Forschen kennt. Wer die Philosophiegeschichte bisher als Abfolge schwer verdaulicher Systeme erlebt hat, wird hier entdecken, dass sie vor allem eines ist: das fortdauernde Gespräch der Menschheit mit sich selbst.
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