Sewastopoler Erzählungen

Sewastopoler Erzählungen.

In den sogenannten Sewastopoler Erzählungen publizierte Tolstoi 1855 und 1856 drei Berichte über seine zunächst enthusiastische Teilnahme am Krimkrieg. In den drei Teilen, Sewastopol im Dezember 1854, Sewastopol im Mai 1855 und Sewastopol im August 1855 konfrontierte er auf drastische Weise die patriotischen Ideale der Verteidiger der Stadt mit der grausamen Realität des Kriegs. Die Sewastopol-Trilogie bildete einen Wendepunkt in der russischen Kriegserzählung, denn Tolstoj wandte in ihnen zum ersten Mal eine neue und für die damalige Zeit ungewöhnliche Art des Berichtens über den Krieg an. Dieser Band enthält alle drei Teile dieses großartigen Werkes.

Sewastopoler Erzählungen

Sewastopoler Erzählungen

Format: Taschenbuch.

Sewastopoler Erzählungen.

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Der Sewastopol-Zyklus (aus Wikipedia):

Im sogenannten Sewastopol-Zyklus, oder richtiger den Sevastopoler Erzählungen (russisch Севастопольские рассказы, wissensch. Transliteration: Sevastopol’skie rasskazy), publizierte Lew Nikolajewitsch Tolstoi 1855 und 1856 drei narrative Berichte über seine zunächst enthusiastische Teilnahme am Krimkrieg.

Sewastopol im Dezember 1854, Sewastopol im Mai 1855 und Sewastopol im August 1855 wurden in der von Alexander Puschkin mitgegründeten Zeitschrift Sowremennik (Der Zeitgenosse) veröffentlicht. Tolstoi konfrontierte in ihnen auf drastische Weise die patriotischen Ideale der Verteidiger der Stadt mit der grausamen Realität des Kriegs.

In diesem Erzählzyklus wendet sich Tolstoi stets direkt an den Leser und spricht ihn an, so dass beim Leser der Eindruck entsteht, als würde er mit Tolstoi eine „Spaziergang“ durch die stark umkämpfte Stadt machen. Im ersten Teil, Sewastopol im Dezember 1854, etwa trifft der Leser gerade in der Stadt ein, begleitet von Tolstoi, sucht darauf hin die ehemalige Adelsversammlung auf, welche zu einem provisorischen Lazarett umfunktioniert wurde. Dort führt der Leser Gespräche mit Verwundeten, erfährt am eigenen Leib das Leid und die Qualen des Krieges und wohnt Amputationen bei. Sodann besucht er zusammen mit Tolstoi ein Wirtshaus in welchem Offiziere und Soldaten zu Mittag speisen und hört fantastische Geschichten über die vierte Bastion, welche im Leser das Bedürfnis wecken diese Bastion selbst aufzusuchen. Tolstoi führt den Leser daraufhin zu den Stellungen und der vierten Bastion, an welcher der Leser – im Gespräch mit dem dort kommandierenden Offizier und nur wenige Meter von den Stellungen des Feinden entfernt – in einen Geschützhagel von Kanonen und Mörsern gerät. Überzeugt von der Uneinnehmbarkeit der Stadt ob der Liebe der Soldaten zum Vaterland und deren unbrechbaren Kampfeswillen, verlässt der Leser die Stellungen und kehrt in die Stadt zurück.

Die Sevastopol-Trilogie bildete einen Wendepunkt in der russischen Kriegserzählung, denn Tolstoi wandte in ihnen zum ersten Mal eine neue und für die damalige Zeit ungewöhnliche Art des Berichtens über den Krieg an: profunde Kenntnisse auf militärischem Gebiet, kombiniert mit einer schonungslosen Darstellung dessen selbst. Man darf somit die Behauptung aufstellen, dass Lev Nikolaevič der erste russische Kriegsberichterstatter war. Was alle drei Erzählungen miteinander verbindet ist aber nicht nur ihre Thematik, sondern vor allem der Wille par force zur Wiedergabe der Wahrheit, weshalb es nicht umsonst in den letzten Worten des dritten Teils Sevastopol im Mai 1855 heißt: „Der Held meiner Erzählung, den ich mit allen Kräften meiner Seele liebe […], ist die Wahrheit.“ Doch wäre Tolstoi nicht er selbst, würde er nicht auch in den Sevastopoler Erzählungen große Aufmerksamkeit auf Detailschilderungen und psychologisch-realistische Darstellungen von menschlichen Gefühlen im Einzelnen legen.

In der letzten Erzählung des Sewastopol-Zyklus, Sewastopol im August 1855, manifestiert sich Tolstois Wandlung zum Kriegskritiker besonders deutlich. Nachdem der Schriftsteller um seine Versetzung gebeten hatte, kehrte er 1856 als Kurier von Sewastopol nach Sankt Petersburg zurück. Die Sevastopoler Erzählungen bilden zusammen mit Erzählungen wie Der Überfall (Nabeg, 1852), Holzschlag (Rubka lesa, 1855) und dem Roman Die Kosaken (Kazaki, 1863) einen einheitlichen Themenkreis, in welchem Tolstoi die Eindrücke seines militärischen Lebens verarbeitet.

 

(Der Text des letzten Abschnitts wurde der deutschen Wikipedia entnommen und ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.)

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