Antigone

Antigone.

Antigone ist eine Tragödie des antiken griechischen Dichters Sophokles. Ihre namensgebende Hauptfigur ist Antigone, die Tochter des Ödipus. Uraufgeführt im Jahr 442 v. Chr., ist es das zuerst aufgeführte Stück von Sophokles “Thebanischer Trilogie”, zu der außerdem König Ödipus und Ödipus auf Kolonos gehören. (Zitat aus wikipedia.de)

Antigone

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Format: Taschenbuch.

Antigone.

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Hegels Interpretation der Antigone (aus Wikipedia):

In der Phänomenologie des Geistes von 1807 analysiert Hegel den griechischen Stadtstaat, die Polis, und bezieht sich hierfür auf Antigone; der Name fällt nur zwei Mal, aber die Experten sind sich darin einig, dass Antigone hier überall im Hintergrund steht. Das Stück bezeugt, Hegel zufolge, die konflikthafte Sittlichkeit der Polis. Unter Sittlichkeit versteht er die unmittelbare Identifikation des Individuums mit der Gemeinschaft ohne reflektierenden Abstand. In der Polis nimmt die Sittlichkeit zwei nebeneinander bestehende Formen an, als Sittlichkeit von Familie und Verwandtschaft, verkörpert durch Antigone, und als Sittlichkeit des Stadtstaates, dargestellt durch Kreon. Die Sittlichkeit der Familie beruht auf dem “göttlichen Gesetz”, auf den ungeschriebenen Gesetzen der Solidarität der Verwandtschaft, von denen die Mythen erzählen; diese Form der Sittlichkeit ist die Sphäre der Frau. Die Sittlichkeit des Stadtstaates gründet sich auf dem „menschlichen Gesetz“, auf Gesetzen und Verordnungen, die von Menschen erlassen wurden; in dieser Sphäre der Sittlichkeit herrscht der Mann. Innerhalb der Familie ist das reinste Verhältnis das zwischen Bruder und Schwester; sie begehren einander nicht und sind freie Individualität gegeneinander.

Für die Antigone-Rezeption ist eine Bemerkung von Hegel in den Vorlesungen über die Philosophie der Religion von kaum zu überschätzender Bedeutung; Hegel hielt diese Vorlesungen vier Mal zwischen 1821 und 1831, aus seinen Notizen und aus Hörermitschriften erschien 1832 eine von Marheineke herausgegebene Ausgabe und 1840 eine erweiterte Version dieser Ausgabe. Über die Tragödien des Sophokles heißt es hier:

„Auf eine plastische Weise wird die Kollision der beiden höchsten sittlichen Mächte gegeneinander dargestellt in dem absoluten Exempel der Tragödie, Antigone; da kommt die Familienliebe, das Heilige, Innere, der Empfindung angehörige, weshalb es auch das Gesetz der unteren Götter heißt, mit dem Recht des Staats in Kollision. Kreon ist nicht ein Tyrann sondern ebenso eine sittliche Macht. Kreon hat nicht Unrecht; er behauptet, daß das Gesetz des Staats, die Autorität der Regierung geachtet werde[n muß] und Strafe aus der Verletzung folgt. Jede dieser beiden Seiten verwirklicht nur die eine der sittlichen Mächte, hat nur die eine derselben zum Inhalt. Das ist die Einseitigkeit, und der Sinn der ewigen Gerechtigkeit ist, daß beide Unrecht erlangen, weil sie einseitig sind, aber damit auch beide Recht.“

In den Vorlesungen über die Ästhetik bezieht sich Hegel immer wieder auf Antigone; er hält diese Vorlesungen vier Mal zwischen 1820 und 1829, eine Zusammenstellung auf der Grundlage seiner Notizen und von Hörermitschriften erscheint 1835. Hegel spricht hier von Antigone als „einem der allererhabensten, in jeder Rücksicht vortrefflichsten Kunstwerke aller Zeiten“ er betont, dass die Protagonisten auch zur entgegengesetzten Sphäre gehören, Antigone ist als Königstochter und Haimons Verlobte auch Mitglied der Welt des Staates, Kreon ist auch Teil einer Familie. „So ist beiden an ihnen selbst das immanent, wogegen sie sich wechselweise erheben, und sie werden an dem selber ergriffen und gebrochen, was zum Kreise ihres eigenen Daseins gehört.“

Die hegelsche Deutung dominiert in den Arbeiten von August Boeckh Über die Antigone des Sophokles (1824) und von Hermann Friedrich Wilhelm Hinrichs Das Wesen der antiken Tragödie. Durchgeführt an den beiden Ödipus des Sophokles im Allgemeinen und an der Antigone insbesondere (1827). Von Friedrich Theodor Vischer wird sie in der einflussreichen Ästhetik oder Wissenschaft des Schönen (1846-58) ausführlich dargestellt.

 

(Der Text des letzten Abschnitts wurde der deutschen Wikipedia entnommen und ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.)

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